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Thema des Monats

Ein Land(kreis) im Ausnahmezustand

Derzeit bestimmt das Coronavirus unser Leben - auch in der Landwirtschaft. Denn auch für Landwirte gilt es, Vorkehrungen zu treffen und sich im Ernstfall richtig zu verhalten. 
Der Landwirt kann nicht einfach seine Arbeit ruhen lassen. Zum einen hat er die Verantwortung gegenüber seinen Tieren und seinen Pflanzen.  Die Tiere müssen gefüttert und die Pflanzen benötigen Dünger zum Wachsen. Zudem steht die Aussaat von Zuckerrüben, Sommergerste, Mais und Kartoffeln an.

Zum anderen haben Landwirtinnen und Landwirte eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, nämlich durch die Sicherstellung unserer Grundversorgung. Sie sorgen dafür, dass wir auch Morgen noch Lebensmittel in den Supermärkten finden. Die leergeräumten Regale sollten unsere Sinne für diesen Zusammenhang schärfen. Nun zeigt sich, wie krisenfest diese Branche ist. Familienbetriebe können ihrer Arbeit mit wenig sozialen Kontakte nachgehen. Landwirte ziehen einsam ihre Bahnen über die Felder und Wiesen. So gesehen hatten unsere Landwirte immer ihr eigenes „Homeoffice“.

Allerdings treiben die Landwirte auch Sorgen um, wie es mit ihren Betrieben nach der Corona-Krise weitergeht. Viele befürchten, dass Ihre Produkte durch einen Konjunktureinbruch einen starken Preisverfall erleiden könnte. Viele Produkte werden international gehandelt. Manche Landwirte machen sich z.B. außerdem Sorge, ob die Versorgung mit Tierfutter lückenlos gesichert ist. Derzeit mögen die Direktvermarkter durch eine höhere Nachfrage nach regionalen Produkten, wie z.B. Kartoffeln, von der Krise profitieren, aber leider können nicht alle Landwirte Ihre Produkte selbst vermarkten.
Unter anderem fehlen den Direktvermarktern allerdings momentan die Saisonarbeitskräfte. Grund dafür ist der Ausfall osteuropäischer Erntehelfer. Die Spargelernte steht bereits in den Startlöchern; bei Gemüse oder anderen Kulturen mit viel Handarbeit sieht es nicht anders aus. Pensionspferdebetriebe haben alle Hände voll zu tun, den Publikumsverkehr auf dem Hof einzuschränken und für die notwendigen Abstände zu sorgen. Insgesamt handeln derzeit viele Landwirte nach dem Motto: „Lösungen suchen, Anfassen und Weitermachen!“

Durch die Schließung von Restaurants und Gaststätten müssen sich viele Verbraucher wieder selbst versorgen. Hier zeigt sich die Notwendigkeit, zu Hause wieder selbst den Herd bedienen zu können. Wichtig ist es auch, unseren Kindern das Kochen und die Herkunft unserer Lebensmittel spielerisch zu vermitteln. Dazu gehört auch eine solidarische und sachgerechte Lagerung von Lebensmitteln. Kartoffeln aus der Ernte vom vergangenen Jahr sind nicht für eine längere Lagerung im Haushalt geeignet und müssen zügig verbraucht werden. Hamsterkäufe führen häufig dazu, dass Lebensmittel in der Tonne landen.

In jeder Krise liegt die Chance, gestärkt aus dieser hervorzugehen. Wir müssen erkennen bzw. lernen, dass wir im Leben auch mit weniger zurecht zu kommen. Vielleicht bekommen Verbraucher wieder ein anderes Verständnis für die Arbeit unserer Landwirte.

Wir danken allen Menschen, welche in diesen Zeiten Lebensmittel verarbeiten und auf die Esstische bringen sowie denen, die sich um unsere Sicherheit und Gesundheit kümmern!

Ausblick auf das nächste Thema des Monats

Wir werden spontan ein spannendes Thema finden!